Anfallartige, heftige Kopfschmerzen, besser bekannt unter dem Begriff Migräne, sind eine zwar harmlose, doch für den darunter leidenden Patienten äußerst quälende Erkrankung.

Die Betroffenen klagen über einen meist halbseitig auftretenden Kopfschmerz, der häufig schon in den frühen Morgenstunden beginnt und Stunden bis Tage dauern kann. Der Schmerz entwickelt sich mit einer solchen Heftigkeit, dass er den Patienten vollkommen beherrscht: Ihm wird übel, er muss sich erbrechen und erträgt weder Licht noch Lärm. Meist ist er nicht mehr imstande, irgendeine Tätigkeit auszuüben, weil der rasende Kopfschmerz ihn völlig lähmt und ihm jede Hinwendung zu anderen Dingen unmöglich macht.Was ist die Ursache? Man vermutet einen Krampf der Hirngefäße, der durch psychische Belastungen, Klimawechsel, Genussmittel, Medikamente und andere Faktoren hervorgerufen werden kann. Dennoch ist unklar, warum Reize dieser Art bei manchen Menschen einen Kopfschmerz von solcher Heftigkeit auslösen und bei anderen nicht.

Die Migräne gehört zu der Vielzahl von chronischen und schwer heilbaren Leiden, der die Schulmedizin in gewisser Weise ratlos gegenübersteht. Zwar hat sie Hilfen für den betroffenen Patienten, dem sie im akuten Anfall mit Schmerzmitteln das Leben erträglich machen kann. Ursächlich ausheilen kann sie die Migräne jedoch in den seltensten Fällen.

Für die homöopathische Behandlung der Migräne stehen zahlreiche Mittel zur Verfügung. Doch die Homöopathie weiß auch: Die Migräne von Patient A und die Migräne von Patient B ist noch lange nicht dieselbe Krankheit! Die Ursachen können ganz unterschiedlicher Art sein. Deshalb nimmt sich der homöopathische Behandler für die Findung des sog. Simillimums, d. h. des exakt passenden Mittels, sehr viel Zeit und erarbeitet zusammen mit dem Patienten ein genaues Beschwerdebild. Je ausführlicher und differenzierter dieses ist, desto größer ist die Chance, gleich das richtige homöopathische Mittel zu finden. Einige Beispiele sollen das erläutern:

Ein Patient klagt über berstende Schmerzen mit Übelkeit, Erbrechen und Sehstörungen mit kurzzeitiger Blindheit. Die Beschwerden sind morgens am heftigsten und verschlimmern sich durch Kopfbewegungen, Bewegungen der Augen, Lärm und im warmen Zimmer. Die Schmerzen fühlen sich an, als sei der Kopf in einen Schraubstock gepresst. Schlaf und Bettruhe lindern die Beschwerden. Der Patient ist blass und leidet sehr unter Aufregungen. Er denkt auch häufig an unangenehme Erlebnisse aus der Vergangenheit, mag es aber nicht,  wenn andere ihn trösten. Zusammen mit der Traurigkeit kann sich Migräne einstellen. –

Ein Patient mit diesem Beschwerdebild braucht zur Behandlung das homöopathische Mittel Natrium muriaticum.

Eine Patientin klagt über Migräne mit vorangehenden Sehstörungen. Der Kopfschmerz macht sie völlig benommen und ist begleitet von der Angst, den Verstand zu verlieren. Während der Regelblutung verschlimmern sich die Kopfschmerzen, ebenso durch Liegen auf der schmerzenden Seite, durch Bewegung und frische Luft. Die Beschwerden bessern sich durch Erbrechen und durch kalte Anwendungen wie das Auflegen eines nassen, kalten Lappens.

Diese Patientin benötigt das homöopathische Mittel Cyclamen.

Eine andere Frau leidet unter einem periodisch wiederkehrenden, halbseitigen Migränekopfschmerz, der als klopfend empfunden wird. Das Gesicht ist heiß. Durch ruhiges Sitzen und Liegen verschlimmern sich die Schmerzen. Sie bessern sich hingegen bei leichter Bewegung und an frischer Luft.

Diese Patientin braucht zur Behandlung ihrer Migräne das Mittel Pulsatilla.

Die drei Beispiele zeigen: Jeder Patient hat sein eigenes, individuelles Beschwerdebild, obwohl auf den ersten Blick alle an der gleichen Krankheit leiden. Doch die individuelle Ausprägung ein und derselben Krankheit bei verschiedenen Menschen erfordert eine hochdifferenzierte, auf den einzelnen Krankheitsfall sorgfältig abgestimmte Mittelwahl. Deshalb ist die Homöopathie in der Regel nicht zur Selbstmedikation geeignet, da jeder Mensch, wenn es um die eigenen Krankheiten geht, meist nicht über ausreichend objektive Distanz zu sich selbst verfügt. Diese ist aber notwendig, um die eigenen Symptome richtig zu bewerten. Wenden Sie sich deshalb an Ihren homöopathisch behandelnden Arzt oder Heilpraktiker. Er wird mit Ihnen zusammen Ihr ganz persönliches Beschwerdebild erarbeiten und das richtige homöopathische Heilmittel für Sie finden.