Suchtkranke Menschen haben oft das Verlangen nach einem Extremverhalten. Dies kann dazu führen, dass sie ein Suchtmittel durch ein anderes Suchtmittel ersetzen. Diese sogenannte Suchtverlagerung kann durch eine bewusste Lebensführung entgegengewirkt werden.

Auch wenn der Alkoholkonsum in der Gesellschaft sehr toleriert wird, werden alkoholkonsumierende Frauen oft negativer angesehen, als wenn Männer in der Öffentlichkeit Alkohol trinken. Das bewirkt bei einigen suchtkranken Frauen den Umstieg auf andere Suchtmittel, die nicht so auffällig sind und heimlicher konsumiert werden können. Frauen steigen daher oft vom Alkohol auf Medikamente um, wodurch sie das Risiko eingehen, auch einer Medikamentenabhängigkeit zu erleiden.

Dies war jetzt nur ein praktisches Beispiel von stoffgebundenen Süchten. Eine Suchtverlagerung kann auch dann vorliegen, wenn ein anderes Extremverhalten zum tragen kommt, wenn man die Alkoholkrankheit durch ein alkoholfreies Leben zum Stillstand gebracht hat. Jedes Extremverhalten, wie zum Beispiel auch einkaufen, putzen oder Sport, kann wiederum zu einer Sucht werden.

Gerade in der Anfangszeit des eigentlich suchmittelfreien Lebens verfallen viele suchtkranke Menschen in eine Euphorie, wo sie mit der gewonnenen freien Zeit, nicht wirklich viel anfangen können. Sicherlich sind neue Freizeitaktivitäten und Hobbys sehr wichtig, um dem Leben wieder einen Sinn zu geben, aber es sollte immer darauf geachtet werden, alles Maßvoll zu betreiben. Nimmt ein anderes Suchtmitte, ob nun stoffgebunden oder stoffungebunden, einen sehr hohen Stellenwert im neuen Leben ein, hat man nur ein Sucht durch eine andere Sucht ersetz, aber kein suchtmittelfreies Leben erreicht.