Regelmäßiges körperliches Training stärkt Herz, Kreislauf, Atmung und den gesamten Stütz- und Bewegungsapparat

Die Funktionstüchtigkeit des Organismus bleibt nur so lange erhalten, so lange die Funktionen des Organismus beansprucht werden. Fehlt diese Beanspruchung oder ist sie mangelhaft, wie dies in unserer bewegungsarmen Zeit für viele Menschen zutrifft, können viele Leiden und Krankheiten entstehen.

Folgen von Bewegungsmangel sind zum Beispiel: Verkümmerte und verspannte Muskeln, Schäden an Bändern, Sehnen und Knochen, chronische Gelenker- krankungen, Kreislauferkrankungen, „Faulenzer-Herz“, Stoffwechselstörungen, Störungen im vegetativen System, Übergewicht, Haltungsschäden. Die Bewegungs- therapie, die je nach Konstitution und Alter des Menschen verschieden sein wird, kann viele dieser Leiden bessern, ja mehr noch: Regelmäßiges körperliches Training läßt manche Beschwerden erst gar nicht entstehen.

Auf das richtige Maß kommt es an: Ein wichtiges Prinzip der Bewegungstherapie ist: Starke Beanspruchung schadet dem Organismus eher, fehlende Beanspruchung läßt ihn verkümmern. Richtig und sinnvoll ist daher ein angemessenes körperliches Training, das die Konstitution und Neigung des einzelnen berücksichtigt. Und: Bewegung soll auch Spaß machen. Denn nur wer sein Bewegungstraining mit Freude macht, wird es auch auf Dauer machen. Wichtig ist das konsequente tägliche Training: „Lieber wenig und täglich denn viel und selten“, wie Pfarrer Kneipp schon sagte.

Ausdauertraining ist am wichtigsten: Nicht Krafttraining, Schnelligkeitstraining und großer Ehrgeiz sind wesentlich für die Gesunderhaltung. Sie können bei Überforderung eher gesundheitsschädigend sein. Wichtig ist das Ausdauertraining, das den ganzen Organismus positiv beeinflußt. Es bewirkt unter anderem:

  • erhöhte Aufnahme von Sauerstoff
  • Durchblutung und Stoffwechselvorgänge werden angeregt, Schlackenstoffe vermehrt ausgeschieden
  • Leistungen von Herz, Kreislauf und Lunge verbessern sich
  • Kräftigung und Festigung der Muskulatur
  • Stärkung des gesamten Stützapparates
  • Verbesserung der Beweglichkeit von Gelenken
  • Steigerung der körperlichen und geistigen Leistungsfähigkeit
  • Stabilisierung des vegetativen Nervensystems
  • psychisches Wohlbefinden und vermehrte Lebensfreude.

Gut geeignet für ein Ausdauertraining sind unter anderem: Gehen, Bergwandern, Laufen, Radfahren, Schwimmen, Schilanglauf, Gymnastik.

Krankengymnastik

Im Unterschied zur allgemeinen Bewegungstherapie werden mit der Krankengymnastik medizinische Probleme konkret angegangen und behandelt. Schwerpunktmäßig wird die Krankengymnastik bei Beschwerden an der Wirbelsäule, am Hals- und Bewegungsapparat eingesetzt. Sie ist insbesondere nach Operationen an Gelenken und Knochen wichtig. Und auch wenn nur ein einziges Gelenk erkrankt ist, beziehen die Bewegungsübungen immer den ganzen Körper mit ein. Sie wirken damit auch auf das seelische Befinden. Bei der Krankengymnastik werden passive und aktive Bewegungsübungen angewandt. Passive kommen vor allem dann zum Einsatz, wenn sich ein Patient nicht mehr selbst bewegen kann. Die aktive Krankengymnastik umfaßt verschiedene Verfahren, zum Beispiel: Funktionelle Wirbelsäulengymnastik, Rückenschule, medizinische Therapie an Trainingsgeräten, Übungen mit dem Pezziball.

Die wichtigsten Heilanzeigen: Schmerzhafte Gelenkserkrankungen – Arthrosen – Erkrankungen der Wirbelsäule – Osteoporose – Überlastung von Muskeln und Sehnen – Muskelschwäche – Frakturen – Haltungsschäden – Lähmungen – Erkrankungen des Zentralnervensystems – rheumatische Erkrankungen – Asthma – Herz-Kreislauferkrankungen – Rehabilitation nach Herzinfarkt und Operationen – Durchblutungsstörungen – Fettsucht.

Die wichtigsten Kontraindikationen: Akute entzündliche Prozesse, behandlungsbedürftige Herz-Rhythmusstörungen, schwerer Bluthochdruck, Herzinsuffizienz, schwere Lungenerkrankungen.